Schwangerschaft

39. Schwangerschaftswoche

Ab der 39. SSW gilt dein Baby als vollständig ausgetragen. Erfahre alles über Geburtszeichen, Blasensprung, letzte Vorbereitungen und was du bei Überträgigkeit wissen musst.

Kurze Antwort: In der 39. SSW erreicht dein Baby seine endgueltige Reife: Gewicht ca. 3.300 g, Lungen vollstaendig entwickelt. Wehen koennen taeglich auftreten. Blasensprung und regelmaessige Wehen sind klare Geburtszeichen. Geburtsbegleiter informieren und Klinik kontaktieren - dein Koerper weiss, was er tut.
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Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

Veröffentlicht:

Whispie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGGG.

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Auf einen Blick: 39. SSW

Herzlichen Glückwunsch – du hast den Termin erreicht! Ab 39+0 SSW gilt dein Baby laut DGGG- und AWMF-Leitlinie als vollständig ausgetragen. Alle Organsysteme sind ausgereift, und dein Baby kann jeden Tag kommen – mit dem niedrigsten statistischen Komplikationsrisiko. Dein Mutterpass wird das bei der nächsten Vorsorge festhalten.

Babys Entwicklung

Die meisten großen Entwicklungsschritte sind abgeschlossen. Die 39. SSW ist Zeit für die letzten Feinabstimmungen:

Dein Körper & Symptome

In der 39. SSW fühlen sich die meisten Frauen bereit, die Schwangerschaft hinter sich zu lassen. Häufige Symptome:

Ernährung

Ernährung in der 39. SSW: Energie aufrechterhalten, Ausdauer für die Geburt aufbauen, Reserven für das Wochenbett und die Stillzeit anlegen.

Meiden: Alkohol, quecksilberreicher Fisch, Rohmilchkäse, rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, übermäßiges Koffein. Viele Hebammen empfehlen abends eher leichte Kost, falls die Geburt nachts beginnt.

Bewegung

Sanfte, regelmäßige Bewegung unterstützt die Geburtsvorbereitung und das Wohlbefinden:

Vermeiden: Anstrengendes, sturzgefährdetes, langes Rückenliegen und Überhitzung. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt – stopp. Dein Körper ist weise.

Mentale Gesundheit

Die 39. SSW ist emotional aufgeladen. Ungeduld, Geburtsangst, Nervosität vor der Elternschaft – all das gleichzeitig zu fühlen ist normal und kein Versagen. Geburtsangst (Tokophobie) ist eines der häufigsten Themen im deutschen Geburtsvorbereitungssystem.

Wann zum Arzt

Sofort die Hebamme anrufen oder in die Geburtsstation fahren bei:

Tests & Vorsorgeuntersuchungen

Dein 39-SSW-Termin (wöchentliche Vorsorge) umfasst typischerweise:

Bei Risikofaktoren (Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, Wachstumsretardierung, fortgeschrittenes Alter) können zusätzliche CTG-Kontrollen oder ein Biophysikalisches Profil (BPP) angeordnet werden. Bringe deinen Mutterpass – er ist dein medizinischer Pass für die Geburt.

Tipps für die 39. SSW

  1. Handy aufgeladen und bei dir haben. Wichtige Nummern (Hebamme, Klinik, Partner) auch aufgeschrieben – für den Fall, dass der Akku leer ist.
  2. Bei ersten Wehenzeichen leicht essen. Kliniken schränken die Nahrungsaufnahme unter aktiver Geburt oft ein – tanke vorher auf.
  3. Schlafen wann immer möglich. Nickerchen, früh ins Bett, mehrere Kissen – tu alles, was hilft.
  4. Entspannungswerkzeuge üben. Tiefes Atmen, Visualisierung, beruhigende Playlist. Vertrautheit hilft unter der Geburt.
  5. Bedürfnisse klar kommunizieren. Sag Partner, Familie und Hebamme, was du brauchst – körperliche Hilfe, Ruhe, Ermutigung.

Vorbereitung auf die Geburt und das Wochenbett

Geburt und die ersten Wochenbetttage stehen unmittelbar bevor. Letzte Vorbereitungen:

Häufig gestellte Fragen zur 39. SSW

Ist mein Baby in der 39. SSW vollständig ausgetragen?

Ja. Laut DGGG und AWMF-Leitlinie beginnt die vollständige Ausreifung (Termin) mit 39+0 SSW und endet mit 40+6 SSW. Das ist das optimale Geburtsfenster: Alle Organsysteme sind ausgereift, das Risiko für Komplikationen ist am niedrigsten. Wenn deine Gynäkologin eine geplante Einleitung oder einen geplanten Kaiserschnitt besprochen hat, ist 39+0 SSW in der Regel der früheste empfohlene Zeitpunkt ohne medizinischen Anlass.

Woran erkenne ich, dass die Fruchtblase gesprungen ist?

Für manche Frauen ist es ein dramatischer Schwall – für viele aber ein langsames, anhaltendes Tröpfeln, das sich kaum von Harnverlust unterscheidet. Fruchtwasser ist meist klar oder leicht trüb und geruchsneutral (oder leicht süßlich). Wenn du ein anhaltendes Auslaufen bemerkst, das du nicht willentlich stoppen kannst, ruf sofort deine Hebamme oder Geburtsstation an. Notiere Zeit, Farbe (klar ist normal; grünlich, bräunlich oder gelb kann auf Mekonium im Fruchtwasser hinweisen und erfordert sofortige Abklärung) und Menge. Stecke nichts in die Scheide, sobald die Fruchtblase gesprungen ist.

Was sind die zuverlässigsten Zeichen, dass die Geburt in der 39. SSW beginnt?

Die zuverlässigsten Zeichen sind: regelmäßige Wehen, die in Intensität, Dauer und Häufigkeit zunehmen; Wehen, die bei Lagewechsel, Trinken oder Ruhe nicht aufhören; Blasensprung (Fruchtblase platzt); und deutliches Zeichnen (blutiger Schleim). Weniger verlässliche Zeichen: Nestbautrieb, lockerer Stuhlgang, leichter Rückenschmerz und verstärkte Braxton-Hicks-Wehen. Wenn du unsicher bist, ob du in den Wehen liegst: Wehen 60 Minuten lang aufzeichnen und dann die Hebamme oder Geburtsstation anrufen – das gehört dazu.

Ist es normal, in der 39. SSW enttäuscht zu sein, dass die Geburt noch nicht begonnen hat?

Völlig normal. In der 39. SSW sind die meisten Frauen körperlich erschöpft, emotional ausgelaugt und mental seit Wochen auf ein Ereignis eingestellt, das nun verspätet scheint. Denke daran: Nur etwa 5 % der Babys kommen genau am errechneten Termin, und ungefähr die Hälfte aller Erstgebärenden entbindet nach dem Termin. Der errechnete Termin ist eine Schätzung, kein Ablaufdatum. Richte deine Energie auf Ruhe, sanfte Bewegung und Selbstfürsorge – und nutze die Zeit mit deiner Hebamme, um Sorgen zu besprechen.

Was ist eine Eipollösung (Amniotomie) und sollte ich sie machen lassen?

Die Eipollösung (englisch: membrane sweep) ist ein Eingriff, bei dem deine Gynäkologin oder Hebamme einen Finger durch den Muttermund führt und die Eihäute vom unteren Uterussegment ablöst. Das freisetzt Prostaglandine, die innerhalb von 24–48 Stunden eine Geburt auslösen können. Sie wird in Deutschland üblicherweise ab 39–40 SSW angeboten. Der Eingriff kann schmerzhaft sein und leichte Blutungen oder Krämpfe verursachen. Studien zeigen, dass er den Bedarf an formeller Einleitung etwas senkt, aber keine Garantie ist. Besprich Vor- und Nachteile mit deiner Hebamme oder Gynäkologin.

Warum sind die Kindsbewegungen in der 39. SSW anders?

Die Bewegungen fühlen sich in der 39. SSW anders an, weil das Baby sehr wenig Platz hat – deutlich weniger Fruchtwasser im Verhältnis zur Babygröße. Kräftige Tritte werden zu Rollen, Winden und Stupsen. Die Häufigkeit sollte jedoch nicht abnehmen. Zähle weiter: 10 deutliche Bewegungen innerhalb von 2 Stunden nach dem Essen im Liegen auf der linken Seite. Wenn du keine 10 Bewegungen in 2 Stunden spürst, trinke etwas Kaltes, leg dich auf die linke Seite und zähle erneut. Bleiben die Bewegungen aus, sofort die Hebamme anrufen.

Sollte ich in der 39. SSW eine Geburtseinleitung machen lassen?

Die ARRIVE-Studie (2018) zeigte, dass eine geplante Einleitung ab 39+0 SSW bei risikoarmen Erstgebärenden die Kaiserschnittrate leicht senken kann. Gleichzeitig ist eine Einleitung ein langwieriger Prozess mit mehr Eingriffen. Die DGGG sieht eine Einleitung ab 39+0 SSW bei unkomplizierten Schwangerschaften als vertretbare Option an, nicht als Pflicht. Besprich deine individuelle Situation, die Gesundheit deines Babys und deine Wünsche mit deiner Gynäkologin oder Hebamme – es gibt keine universelle Antwort.

Ist Sex in der 39. SSW noch unbedenklich?

Bei unkomplizierten Schwangerschaften ja – solange die Fruchtblase intakt ist. Sperma enthält Prostaglandine, die den Muttermund reifen können, und der Orgasmus verursacht Uteruskontraktionen. Es gibt moderate Hinweise darauf, dass Sex den Geburtsbeginn unterstützen kann, wenn der Körper bereit ist. Verzichte auf Sex bei: gebrochenem Blasen, Placenta praevia, Blutungen, ärztlichem Verbot oder aktiver Infektion. Finde bequeme Positionen für deinen großen Bauch (Seitenlage, Löffelchen).

Was passiert, wenn ich über den Termin hinauskomme?

Nach dem Termin zu kommen ist normal – etwa die Hälfte der Erstgebärenden entbindet nach 40+0 SSW. Ab 41 SSW wird deine Gynäkologin oder Hebamme engmaschigeres Monitoring einleiten (CTG, Biophysikalisches Profil), um die Plazentafunktion zu beurteilen. Die meisten deutschen Kliniken empfehlen eine Einleitung zwischen 41+0 und 42+0 SSW, da das Risiko für Totgeburt und Komplikationen danach steigt. Bis dahin: normale Aktivitäten, Kindsbewegungen sorgfältig beobachten und Geduld bewahren.

Muss ich in der 39. SSW jede Wehe aufzeichnen?

Zeichne auf, wenn Wehen spürbar, regelmäßig und zunehmend intensiver werden. Die in Deutschland übliche Faustregel: Wehen alle 5 Minuten, Dauer 1 Minute, über 1 Stunde (5-1-1) – dann Hebamme oder Geburtsstation anrufen. Bei Zweit- und Mehrgebärenden wird häufig empfohlen, früher anzurufen (7-1-1 oder sogar bei der ersten Regelmäßigkeit), da die Geburt schneller verlaufen kann. Eine einfache App oder ein Notizbuch reicht.

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