Schwangerschaft
39. Schwangerschaftswoche
Ab der 39. SSW gilt dein Baby als vollständig ausgetragen. Erfahre alles über Geburtszeichen, Blasensprung, letzte Vorbereitungen und was du bei Überträgigkeit wissen musst.
Veröffentlicht:
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.
Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGGG.
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Auf einen Blick: 39. SSW
- Trimester: Drittes Trimester – offiziell vollständig ausgetragen (Termin)
- Babygröße: Ungefähr so groß wie eine kleine Wassermelone oder ein Kürbis
- Länge: Ca. 50–51 cm Scheitel-Ferse-Länge
- Gewicht: Ca. 3.200–3.300 g
Herzlichen Glückwunsch – du hast den Termin erreicht! Ab 39+0 SSW gilt dein Baby laut DGGG- und AWMF-Leitlinie als vollständig ausgetragen. Alle Organsysteme sind ausgereift, und dein Baby kann jeden Tag kommen – mit dem niedrigsten statistischen Komplikationsrisiko. Dein Mutterpass wird das bei der nächsten Vorsorge festhalten.
Babys Entwicklung
Die meisten großen Entwicklungsschritte sind abgeschlossen. Die 39. SSW ist Zeit für die letzten Feinabstimmungen:
- Lunge: Vollständig ausgereift. Die Surfactant-Menge reicht für selbstständiges Atmen. Beim vaginalen Geburtsweg wird der Brustkorb durch den Geburtskanal komprimiert und hilft dabei, Fruchtwasser aus der Lunge zu drücken.
- Gehirn: Wächst weiter rasant – das Gehirn ist jetzt etwa 30 % größer als in der 35. SSW. Neuronale Verbindungen entstehen in einem Tempo, das noch Jahre nach der Geburt anhält.
- Haut: Nicht mehr durchscheinend. Vernix ist größtenteils verschwunden; Reste können noch in Achselhöhlen, Leiste und Hautfalten sein.
- Haare und Nägel: Fingernägel können über die Fingerkuppen hinausragen. Manche Babys werden mit vollem Haarschopf geboren, andere mit kaum Haaren – beides ist normal.
- Reflexe: Saug-, Schluck-, Rooting-, Greif-, Moro- und Schreitreflex sind vollständig ausgebildet und werden bei der U1 (erste Vorsorge, direkt nach der Geburt) überprüft.
- Immunsystem: Mütterliche Antikörper (IgG) passieren weiter die Plazenta und schützen das Neugeborene in den ersten Lebenswochen gegen viele Infektionen.
- Lage: Fast alle Babys liegen mit dem Kopf nach unten, tief im Becken (bei Nullstation oder darunter).
Dein Körper & Symptome
In der 39. SSW fühlen sich die meisten Frauen bereit, die Schwangerschaft hinter sich zu lassen. Häufige Symptome:
- Atemnot: Mit dem tiefen Eintreten des Babys ins Becken kann sich die Atemnot etwas bessern – der Druck auf das Zwerchfell lässt nach.
- Wassereinlagerungen (Ödeme): Bleiben bestehen. Beobachte plötzliche starke Schwellungen als Warnsignal.
- Starke, häufige Braxton-Hicks-Wehen: Manchmal schwer von frühen Wehen zu unterscheiden.
- Zunehmende Zervixveränderungen: Verstreichen und möglicherweise Öffnung des Muttermunds. Vermehrt Ausfluss und Zeichnen (blutiger Schleim) können auftreten.
- Anhaltender Beckendruck: Das Baby sitzt tief im Becken und drückt auf Blase, Darm und Beckennerven.
- Häufiger Harndrang: Erreicht seinen Höhepunkt, da der Kopf direkt auf der Blase sitzt.
- Rückenschmerzen: Lockere Beckenbänder, schweres Baby, veränderte Körperhaltung.
- Sodbrennen: Kann sich mit dem tieferen Eintreten des Babys etwas verbessern.
- Schlechter Schlaf: Beschwerden, häufiger Harndrang und Vorfreude beeinträchtigen die Nachtruhe.
- Schlaflosigkeit und lebhafte Träume: Hormonelle Veränderungen und Gedankenkarussell.
- Unruhe und Stimmungsschwankungen: Die Spätschwangerschaft ist emotional intensiv – das ist normal.
Ernährung
Ernährung in der 39. SSW: Energie aufrechterhalten, Ausdauer für die Geburt aufbauen, Reserven für das Wochenbett und die Stillzeit anlegen.
- Komplexe Kohlenhydrate: Haferflocken, Vollkornbrot, Süßkartoffeln, Naturreis. Die Geburt ist körperliche Schwerstarbeit – ein gut versorgter Körper hält besser durch.
- Eiweiß: Eier, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, Naturjoghurt. Unterstützt die Gewebereparatur nach der Geburt.
- Eisen: Blutvorräte aufbauen. Rotes Fleisch, Linsen, angereicherte Vollkornprodukte.
- Flüssigkeit: Weiter 2,5–3 Liter täglich. Flüssigkeitsmangel kann Wehen imitieren oder verschlimmern.
- Datteln: Weiterhin 6 Datteln täglich – moderate Evidenz für kürzere Geburtsarbeit und weniger Einleitungsbedarf. Mit der Hebamme besprechen.
- Griffbereit-Snacks: Nüsse, Müsliriegel, frisches Obst, hartgekochte Eier – alles, was du einhändig greifen kannst, wenn das Baby da ist.
Meiden: Alkohol, quecksilberreicher Fisch, Rohmilchkäse, rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, übermäßiges Koffein. Viele Hebammen empfehlen abends eher leichte Kost, falls die Geburt nachts beginnt.
Bewegung
Sanfte, regelmäßige Bewegung unterstützt die Geburtsvorbereitung und das Wohlbefinden:
- Spazierengehen: Eine der wirksamsten Methoden, die Geburt zu unterstützen, wenn der Körper bereit ist. 20–30 Minuten täglich, wenn du dich gut fühlst.
- Beckenkippen und Katze-Kuh: Lindern Rückenschmerzen und fördern optimale Kindslage.
- Stützkniebeugen: Öffnen das Becken und bereiten die Muskeln fürs Pressen vor.
- Geburtsball: Aufrecht sitzen und Hüften kreisen – fördert die optimale Kindslage.
- Dehnübungen: Sanfte Hüftöffner, Oberschenkelrückseiten-Dehnung, Schulterkreisen.
- Schwimmen: Wunderbar für Schwellungen und Gelenkentlastung.
- Beckenbodenübungen: Weiter täglich – für ein schnelleres Wochenbett und langfristige Kontinenz.
Vermeiden: Anstrengendes, sturzgefährdetes, langes Rückenliegen und Überhitzung. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt – stopp. Dein Körper ist weise.
Mentale Gesundheit
Die 39. SSW ist emotional aufgeladen. Ungeduld, Geburtsangst, Nervosität vor der Elternschaft – all das gleichzeitig zu fühlen ist normal und kein Versagen. Geburtsangst (Tokophobie) ist eines der häufigsten Themen im deutschen Geburtsvorbereitungssystem.
- Ablenkung ist erlaubt. Lieblingsserie schauen, Freundinnen treffen, kurze Ausflüge – das Starren auf den Bauch und Warten auf Wehen macht die Zeit nur länger.
- Mentale Terminfalle vermeiden. Manche Frauen verschieben ihren inneren Termin um 1–2 Wochen, um Enttäuschung zu reduzieren.
- Mit dem Partner über das Wochenbett sprechen. Nachtschichten aufteilen, Besucherregelungen, Familiengrenzen – jetzt ist der Moment, das zu klären.
- Positive Geburtsvisualisierung. Mentales Durchspielen einer guten Geburt kann die Angst am Tag X senken.
- Psychologisches Netz für das Wochenbett aufbauen. Bei Vorgeschichte von Depression oder Angststörung: wissen, wen du im Wochenbett anrufst.
- Gemeinschaft nutzen. Geburtsvorbereitungsgruppe, Hebammenrunde, Familie – auch ein kurzes Gespräch hilft gegen Isolation.
Wann zum Arzt
Sofort die Hebamme anrufen oder in die Geburtsstation fahren bei:
- Abnehmenden Kindsbewegungen (weniger als 10 Bewegungen in 2 Stunden während der aktiven Phase)
- Starken vaginalen Blutungen
- Schwall oder anhaltendem Tröpfeln von Flüssigkeit (Blasensprung) – Farbe notieren
- Grünlichem, bräunlichem oder gelbem Fruchtwasser (mögliches Mekonium – sofort fahren)
- Regelmäßigen Wehen, typischerweise alle 5 Minuten für eine Stunde
- Starkem anhaltendem Kopfschmerz, Sehveränderungen, Oberbauchschmerzen rechts (Präeklampsie-Zeichen)
- Plötzlicher starker Schwellung, besonders im Gesicht oder eines Beins
- Fieber über 38 °C
- Jedem Gefühl, dass etwas nicht stimmt – vertraue deinem Instinkt
Tests & Vorsorgeuntersuchungen
Dein 39-SSW-Termin (wöchentliche Vorsorge) umfasst typischerweise:
- Blutdruck, Gewicht, Urinuntersuchung
- Symphysen-Fundus-Abstand und CTG (Herztonüberwachung) – wird in den meisten Kliniken nun bei jedem Termin angeboten
- Besprechung der Kindsbewegungen und aktueller Symptome
- Muttermundbefund (optional: Öffnung, Verkürzung, Stand des kindlichen Teils)
- Ggf. Angebot der Eipollösung (Amniotomie) – deine Entscheidung
- Besprechung der Einleitungsoptionen bei Terminannäherung oder -überschreitung
- Abschließende Klärung: Wann in die Klinik fahren?
Bei Risikofaktoren (Gestationsdiabetes, Bluthochdruck, Wachstumsretardierung, fortgeschrittenes Alter) können zusätzliche CTG-Kontrollen oder ein Biophysikalisches Profil (BPP) angeordnet werden. Bringe deinen Mutterpass – er ist dein medizinischer Pass für die Geburt.
Tipps für die 39. SSW
- Handy aufgeladen und bei dir haben. Wichtige Nummern (Hebamme, Klinik, Partner) auch aufgeschrieben – für den Fall, dass der Akku leer ist.
- Bei ersten Wehenzeichen leicht essen. Kliniken schränken die Nahrungsaufnahme unter aktiver Geburt oft ein – tanke vorher auf.
- Schlafen wann immer möglich. Nickerchen, früh ins Bett, mehrere Kissen – tu alles, was hilft.
- Entspannungswerkzeuge üben. Tiefes Atmen, Visualisierung, beruhigende Playlist. Vertrautheit hilft unter der Geburt.
- Bedürfnisse klar kommunizieren. Sag Partner, Familie und Hebamme, was du brauchst – körperliche Hilfe, Ruhe, Ermutigung.
Vorbereitung auf die Geburt und das Wochenbett
Geburt und die ersten Wochenbetttage stehen unmittelbar bevor. Letzte Vorbereitungen:
- Wochenbett-Unterstützung: Wer hilft in den ersten 2 Wochen? Alleine von Tag 1 an ist erschöpfend – plane Unterstützung ein.
- Stillberatung: Wenn du stillen möchtest, die Nummer einer IBCLC-zertifizierten Stillberaterin bereithalten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Stillberatung.
- Kinderärztliche Erstuntersuchung: U1 direkt nach der Geburt in der Klinik, U2 (3.–10. Lebenstag) beim Kinderarzt – Termin vormerken.
- Schlafplatz: Beistellbett oder Babybett mit fester Matratze, ohne Weich-Bettzeug (DGKJ-Empfehlung zum plötzlichen Kindstod).
- Wochenbett-Bedarf: Wochenbettbinden, Peri-Flasche, Sitzbadkräuter, bequeme Kleidung, Nippelcreme, Periodenunterwäsche, Kühlpads für den Damm.
- Besucherregelungen: Entscheide, wer wann kommt, und kommuniziere das vorher. Das Wochenbett ist keine Zeit für unangekündigte Gäste.
- Mutterschutzgesetz: Das 8-wöchige Beschäftigungsverbot nach der Geburt (12 Wochen bei Frühgeburt oder Mehrlingen) beginnt mit der Entbindung – du musst nichts tun, es gilt automatisch.
- Hebamme für das Wochenbett: Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt Hebammen-Hausbesuche bis zu 12 Wochen nach der Geburt. Eine Wochenbett-Hebamme ist dein wichtigstes Netz in den ersten Wochen.
Häufig gestellte Fragen zur 39. SSW
Ist mein Baby in der 39. SSW vollständig ausgetragen?
Ja. Laut DGGG und AWMF-Leitlinie beginnt die vollständige Ausreifung (Termin) mit 39+0 SSW und endet mit 40+6 SSW. Das ist das optimale Geburtsfenster: Alle Organsysteme sind ausgereift, das Risiko für Komplikationen ist am niedrigsten. Wenn deine Gynäkologin eine geplante Einleitung oder einen geplanten Kaiserschnitt besprochen hat, ist 39+0 SSW in der Regel der früheste empfohlene Zeitpunkt ohne medizinischen Anlass.
Woran erkenne ich, dass die Fruchtblase gesprungen ist?
Für manche Frauen ist es ein dramatischer Schwall – für viele aber ein langsames, anhaltendes Tröpfeln, das sich kaum von Harnverlust unterscheidet. Fruchtwasser ist meist klar oder leicht trüb und geruchsneutral (oder leicht süßlich). Wenn du ein anhaltendes Auslaufen bemerkst, das du nicht willentlich stoppen kannst, ruf sofort deine Hebamme oder Geburtsstation an. Notiere Zeit, Farbe (klar ist normal; grünlich, bräunlich oder gelb kann auf Mekonium im Fruchtwasser hinweisen und erfordert sofortige Abklärung) und Menge. Stecke nichts in die Scheide, sobald die Fruchtblase gesprungen ist.
Was sind die zuverlässigsten Zeichen, dass die Geburt in der 39. SSW beginnt?
Die zuverlässigsten Zeichen sind: regelmäßige Wehen, die in Intensität, Dauer und Häufigkeit zunehmen; Wehen, die bei Lagewechsel, Trinken oder Ruhe nicht aufhören; Blasensprung (Fruchtblase platzt); und deutliches Zeichnen (blutiger Schleim). Weniger verlässliche Zeichen: Nestbautrieb, lockerer Stuhlgang, leichter Rückenschmerz und verstärkte Braxton-Hicks-Wehen. Wenn du unsicher bist, ob du in den Wehen liegst: Wehen 60 Minuten lang aufzeichnen und dann die Hebamme oder Geburtsstation anrufen – das gehört dazu.
Ist es normal, in der 39. SSW enttäuscht zu sein, dass die Geburt noch nicht begonnen hat?
Völlig normal. In der 39. SSW sind die meisten Frauen körperlich erschöpft, emotional ausgelaugt und mental seit Wochen auf ein Ereignis eingestellt, das nun verspätet scheint. Denke daran: Nur etwa 5 % der Babys kommen genau am errechneten Termin, und ungefähr die Hälfte aller Erstgebärenden entbindet nach dem Termin. Der errechnete Termin ist eine Schätzung, kein Ablaufdatum. Richte deine Energie auf Ruhe, sanfte Bewegung und Selbstfürsorge – und nutze die Zeit mit deiner Hebamme, um Sorgen zu besprechen.
Was ist eine Eipollösung (Amniotomie) und sollte ich sie machen lassen?
Die Eipollösung (englisch: membrane sweep) ist ein Eingriff, bei dem deine Gynäkologin oder Hebamme einen Finger durch den Muttermund führt und die Eihäute vom unteren Uterussegment ablöst. Das freisetzt Prostaglandine, die innerhalb von 24–48 Stunden eine Geburt auslösen können. Sie wird in Deutschland üblicherweise ab 39–40 SSW angeboten. Der Eingriff kann schmerzhaft sein und leichte Blutungen oder Krämpfe verursachen. Studien zeigen, dass er den Bedarf an formeller Einleitung etwas senkt, aber keine Garantie ist. Besprich Vor- und Nachteile mit deiner Hebamme oder Gynäkologin.
Warum sind die Kindsbewegungen in der 39. SSW anders?
Die Bewegungen fühlen sich in der 39. SSW anders an, weil das Baby sehr wenig Platz hat – deutlich weniger Fruchtwasser im Verhältnis zur Babygröße. Kräftige Tritte werden zu Rollen, Winden und Stupsen. Die Häufigkeit sollte jedoch nicht abnehmen. Zähle weiter: 10 deutliche Bewegungen innerhalb von 2 Stunden nach dem Essen im Liegen auf der linken Seite. Wenn du keine 10 Bewegungen in 2 Stunden spürst, trinke etwas Kaltes, leg dich auf die linke Seite und zähle erneut. Bleiben die Bewegungen aus, sofort die Hebamme anrufen.
Sollte ich in der 39. SSW eine Geburtseinleitung machen lassen?
Die ARRIVE-Studie (2018) zeigte, dass eine geplante Einleitung ab 39+0 SSW bei risikoarmen Erstgebärenden die Kaiserschnittrate leicht senken kann. Gleichzeitig ist eine Einleitung ein langwieriger Prozess mit mehr Eingriffen. Die DGGG sieht eine Einleitung ab 39+0 SSW bei unkomplizierten Schwangerschaften als vertretbare Option an, nicht als Pflicht. Besprich deine individuelle Situation, die Gesundheit deines Babys und deine Wünsche mit deiner Gynäkologin oder Hebamme – es gibt keine universelle Antwort.
Ist Sex in der 39. SSW noch unbedenklich?
Bei unkomplizierten Schwangerschaften ja – solange die Fruchtblase intakt ist. Sperma enthält Prostaglandine, die den Muttermund reifen können, und der Orgasmus verursacht Uteruskontraktionen. Es gibt moderate Hinweise darauf, dass Sex den Geburtsbeginn unterstützen kann, wenn der Körper bereit ist. Verzichte auf Sex bei: gebrochenem Blasen, Placenta praevia, Blutungen, ärztlichem Verbot oder aktiver Infektion. Finde bequeme Positionen für deinen großen Bauch (Seitenlage, Löffelchen).
Was passiert, wenn ich über den Termin hinauskomme?
Nach dem Termin zu kommen ist normal – etwa die Hälfte der Erstgebärenden entbindet nach 40+0 SSW. Ab 41 SSW wird deine Gynäkologin oder Hebamme engmaschigeres Monitoring einleiten (CTG, Biophysikalisches Profil), um die Plazentafunktion zu beurteilen. Die meisten deutschen Kliniken empfehlen eine Einleitung zwischen 41+0 und 42+0 SSW, da das Risiko für Totgeburt und Komplikationen danach steigt. Bis dahin: normale Aktivitäten, Kindsbewegungen sorgfältig beobachten und Geduld bewahren.
Muss ich in der 39. SSW jede Wehe aufzeichnen?
Zeichne auf, wenn Wehen spürbar, regelmäßig und zunehmend intensiver werden. Die in Deutschland übliche Faustregel: Wehen alle 5 Minuten, Dauer 1 Minute, über 1 Stunde (5-1-1) – dann Hebamme oder Geburtsstation anrufen. Bei Zweit- und Mehrgebärenden wird häufig empfohlen, früher anzurufen (7-1-1 oder sogar bei der ersten Regelmäßigkeit), da die Geburt schneller verlaufen kann. Eine einfache App oder ein Notizbuch reicht.
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