Schwangerschaft Woche für Woche

35. Schwangerschaftswoche

In der 35. SSW ist dein Baby so groß wie eine Honigmelone – etwa 46 cm lang und 2,4 kg schwer. Erfahre alles über Nierenreifung, Eintreten ins Becken, Beckendruck und was dich in dieser Woche erwartet.

Kurze Antwort: In der 35. SSW wiegt das Baby ca. 2.400 g und nimmt rasch Gewicht zu. Der Kopf beginnt ins kleine Becken zu treten. Sodbrennen, Atemnot und Schlafprobleme sind typisch. Geburtstasche fertig packen und Geburtsplan besprechen - jede weitere Woche staerkt die Lungenreife des Babys.
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Geprüft von: Whispie-Redaktionsteam Evidenzbasierte Elternforschung

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Whispie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie bei Fragen zu Ihrem Kind immer Ihren Kinderarzt.

Quellen: WHO, CDC, AAP und NHS. Empfehlungen unterscheiden sich je nach Land — für Deutschland siehe die DGGG.

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Auf einen Blick

Du bist in der 35. SSW, mitten im dritten Trimester – noch etwa fünf Wochen bis zum errechneten Termin. Dein Baby ist jetzt ungefähr so groß wie eine Honigmelone – rund 46 cm lang und etwa 2,4 kg schwer. Der große Meilenstein dieser Woche: Die Nieren sind vollständig ausgebildet, die Leber kann bereits einige Stoffwechselprodukte verarbeiten, und die körperliche Entwicklung ist im Wesentlichen abgeschlossen. Die verbleibende Zeit im Mutterleib dient vor allem der Gewichtszunahme (etwa 200–250 g pro Woche) und der Reifung des Gehirns.

Denke daran: Dein Mutterpass sollte immer griffbereit sein. In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenkasse alle regulären Vorsorgeuntersuchungen und ist für Fragen zu Leistungen die erste Anlaufstelle.

Babys Entwicklung

Dein Körper & Symptome

Die 35. SSW markiert oft den Übergang von "müde, aber ich schaffe das" zu "ich bin wirklich bereit". Häufige Symptome:

Ernährung

In der 35. SSW zählt Nährstoffdichte mehr als Volumen – iss lieber mehrere kleine Mahlzeiten, um Sodbrennen und den beengten Magen zu bewältigen. Weiterhin im Fokus: Eiweiß (ca. 58–70 g täglich), eisenreiche Lebensmittel, Calcium (1.000 mg) und DHA für die Gehirnentwicklung.

Hilfreiche Lebensmittel:

Weiterhin meiden: rohes oder nicht durchgegartes Fleisch, Fisch oder Ei; Rohmilchkäse und Rohmilch; stark schadstoffbelastete Fischarten; ungekochte Wurstwaren; Alkohol; und Koffein auf max. 200 mg/Tag begrenzen.

Bewegung

Setze sanfte, regelmäßige Bewegung fort, wenn deine Gynäkologin oder Hebamme grünes Licht gegeben hat. Spazierengehen ist eine der besten Übungen – es fördert die Durchblutung, kann dem Baby helfen, in eine optimale Lage zu kommen, und wirkt sich positiv auf die Stimmung aus.

Besonders geeignet in der 35. SSW:

Vermeiden: langes Liegen auf dem Rücken, heiße Umgebungen, Kontaktsport, sturzgefährdende Aktivitäten, schweres Heben. Brich ab und ruf deine Hebamme an bei Wehen, Blutungen, Fruchtwasserverlust, Schwindel oder nachlassenden Kindsbewegungen während oder nach dem Sport.

Mentale Gesundheit

Ein starker Nestbautrieb kann diese Woche auftreten – der Drang zu putzen, zu ordnen und vorzubereiten. Das ist in Maßen schön, aber überanstrenge dich körperlich nicht. Geburtsangst erreicht jetzt oft ihren Höhepunkt. Schlafmangel durch häufiges Aufwachen kann Stimmungsveränderungen verstärken.

Was hilft:

Sprich mit deiner Gynäkologin oder Hebamme, wenn du anhaltende Traurigkeit, Panikattacken, aufdringliche Gedanken oder Gedanken hegst, dir selbst oder deinem Baby zu schaden. Antenatale Stimmungsstörungen sind häufig und behandelbar. Viele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland übernehmen auch psychologische Begleitung in der Schwangerschaft.

Wann zum Arzt

Kontaktiere deine Hebamme oder Gynäkologin sofort bei:

Tests & Vorsorgeuntersuchungen

Dein Termin in der 35. SSW umfasst typischerweise die gleichen Kontrollen wie zuletzt: Blutdruck, Gewicht, Urin, Fundusstand, Herzton und ein Gespräch über Beschwerden und Fragen. Deine Gynäkologin oder Hebamme wird außerdem besprechen:

Bring deine schriftlichen Fragen mit – es gibt jetzt viel zu koordinieren.

Tipps für die 35. SSW

Vorbereitung auf die nächsten Wochen

Nächste Woche folgen der B-Streptokokken-Test und bei vielen Frauen wöchentliche Termine. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Übergaben im Job abzuschließen, Betreuungsarrangements für ältere Kinder zu bestätigen und deine Mutterschutzfrist im Blick zu behalten (sechs Wochen vor dem errechneten Termin beginnt der Mutterschutz, in dem du nicht arbeiten musst). Melde dich wenn möglich in der Klinik vor, damit die Aufnahme bei Wehenbeginn schneller geht. Sorge für Wochenbett-Bedarf: große Binden, Sitzbad, bequeme Unterwäsche, Still-Einlagen und einfache Snacks.

Häufig gestellte Fragen zur 35. SSW

Ist Beckendruck in der 35. SSW normal?

Ja. Beckendruck in der 35. SSW bedeutet meist, dass dein Baby tiefer ins Becken tritt – das nennt sich "Eintreten" oder Engagement des Kopfes. Du kannst danach leichter atmen, aber der Druck auf Blase, Hüften und Beckenboden nimmt zu. Ein watschelnder Gang, gelegentliche blitzartige Schmerzen im Schritt und häufigerer Harndrang sind typisch. Anhaltender starker Druck mit regelmäßigen Wehen kann ein Zeichen von Wehentätigkeit sein – dann ruf deine Hebamme an.

Wann tritt das Baby ins Becken ein und wie fühlt sich das an?

Bei Erstgebärenden tritt das Baby oft zwischen der 34. und 36. SSW ein. Bei Mehrgebärenden kann das Eintreten auch erst kurz vor oder während der Geburt geschehen. Zeichen: leichteres Atmen, tieferer Bauch, mehr Druck im Becken, häufigerer Harndrang und ein watschelnder Gang. Nicht alle Babys treten deutlich ein – das ist ebenfalls normal.

Wie viel sollte ich bis zur 35. SSW zugenommen haben?

Die empfohlene Gewichtszunahme variiert je nach Ausgangs-BMI. Bei normalem BMI vor der Schwangerschaft empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine Gesamtzunahme von ca. 10–16 kg – bis zur 35. SSW haben die meisten Frauen etwa 9–13 kg zugenommen. Plötzliche Gewichtszunahme über 500 g in einer Woche sollte mit der Gynäkologin besprochen werden, da dies auf Wassereinlagerungen bei Präeklampsie hindeuten kann.

Warum habe ich so lebhafte Träume oder Albträume in der 35. SSW?

Hormonveränderungen, Geburtsangst und häufiges nächtliches Aufwachen tragen zu intensiven, manchmal beunruhigenden Schwangerschaftsträumen bei. Jedes Aufwachen geschieht öfter während des REM-Schlafs, wodurch Träume besser erinnerbar sind. Sie haben keine vorhersagende Bedeutung und sind kein Zeichen mangelnder Eignung als Mutter. Wenn Albträume zu erheblichem Stress oder Schlaflosigkeit führen, erwähne es deiner Hebamme.

Wann sind es Braxton-Hicks-Wehen und wann echte Wehen?

Braxton-Hicks-Wehen sind unregelmäßig, werden nicht stärker, hören mit Bewegung oder Trinken auf und sind meist vorne zu spüren. Echte Wehen werden regelmäßiger, stärker und kürzer im Abstand, hören nicht auf und können von hinten nach vorne ausstrahlen. Wenn die Wehen im Abstand von fünf Minuten kommen, jeweils eine Minute dauern und das eine Stunde anhält (die "5-1-1-Regel"), ruf deine Hebamme an – aber ruf früher an, wenn du unsicher bist, blutest oder Fruchtwasser verlierst.

Ist Kolostrum-Ausfluss in der 35. SSW normal?

Ja. Kolostrum (die dicke, gelbliche Vormilch) kann in den Wochen vor der Geburt aus der Brust austreten – manche Frauen bemerken viel, andere nichts. Beides ist normal. Still-Einlagen in deinen BH helfen bei Ausfluss. Versuche nicht, Kolostrum auszudrücken oder abzupumpen, ohne Rücksprache mit deiner Hebamme – Brustwarzenstimulation kann Wehen auslösen.

Darf ich in der 35. SSW noch Auto fahren?

Ja, solange du die Pedale und das Lenkrad bequem erreichen kannst und der Sicherheitsgurt richtig sitzt (Beckengurt unter dem Bauch auf den Hüften, Schultergurt zwischen den Brüsten). Halte bei langen Fahrten alle 1–2 Stunden an und geh kurz spazieren, um das Thromboserisiko zu verringern. Viele Frauen vermeiden es in den letzten Wochen, allein längere Strecken zu fahren, falls die Wehen unerwartet einsetzen.

Was ist der B-Streptokokken-Test und wann findet er statt?

Gruppe-B-Streptokokken (GBS) sind Bakterien, die etwa 20–30 % der Frauen ohne Beschwerden in der Scheide tragen. Sie können bei der Geburt auf das Baby übertragen werden und schwere Infektionen verursachen. Der Test ist ein kurzer Abstrich aus Scheide und Enddarm, der üblicherweise zwischen der 35. und 37. SSW durchgeführt wird. Bei positivem Befund erhältst du während der Geburt intravenöse Antibiotika zum Schutz deines Babys – ein Kaiserschnitt ist deshalb nicht notwendig.

Warum sind meine Hüftschmerzen in der 35. SSW so schlimm?

Das Hormon Relaxin lockert die Beckenbänder als Vorbereitung auf die Geburt, was erhebliche Schmerzen in Hüften, unterem Rücken und der Schambeinregion verursachen kann. Seitenschlafen mit einem Kissen zwischen den Knien, Schwangeren-Yoga, warme Bäder, Schwangerschaftsmassage und ein Schwangerschaftsgurt können helfen. Bei starken Leistenschmerzen (besonders über dem Schambein) könnte eine Symphysenlockerung (SPD) vorliegen – bitte deine Hebamme um eine Überweisung zur Physiotherapie.

Sollte ich mich auf das Stillen vorbereiten?

Brustwarzen müssen nicht abgehärtet werden – das war veralteter Rat. Was wirklich hilft: einen Stillvorbereitungskurs besuchen (deine Hebamme oder Klinik bietet oft welche an), eine Stillberaterin oder IBCLC suchen (die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Stillberatung in der Regel), Stilleinlagen und Lanolin-Creme besorgen und in den ersten zwei Wochen nach der Geburt Unterstützung einplanen. Haut-zu-Haut-Kontakt in der ersten Stunde nach der Geburt unterstützt den Stillstart stark.

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